Die Impfung

Der orale Impfstoff gegen Ileitis ist neben Verbesserungen im Management die einzige (prophylaktische) Maßnahme, mit der Schweine vor den Auswirkungen einer Infektion mit Lawsonia intracellularis langfristig und nachhaltig geschützt werden.

Vor der ordnungsgemäßen Anwendung von Impfstoffen muss Ihr Tierarzt

  • die Impffähigkeit der Tiere feststellen 
  • Ihnen einen Anwendungsplan aushändigen 
  • Ihren Tierbestand regelmäßig betreuen und untersuchen 
  • Sie über die Anwendung des Impfstoffes einschließlich der Überprüfung  der Impfreaktion unterweisen 
  • Sie über Risiken und Nebenwirkungen aufklären

Über die Anwendung der Impfstoffe sind von Ihnen entsprechende Aufzeichnungen zu führen. Fragen Sie Ihren Tierarzt.

Wie lange hält der Schutz an?
Beobachtungen im Feld und unter experimentellen Bedingungen zeigen, dass die Immunität nach einer korrekt durchgeführten Impfung bis zum Ende der Mastperiode anhält. Wie bei allen Impfstoffen ist es auch bei dem Impfstoff gegen Ileitis wichtig, die Schweine vor einer Feldinfektion zu impfen, da die Immunantwort des Tieres auf die Vakzine nur in diesen Fällen früh genug aufgebaut wird und zum Zeitpunkt des Felderregerkontaktes belastbar ist. Vor dem Erregerkontakt muss das Immunsystem des Tieres genügend Zeit haben (3 Wochen), um als Antwort auf den Impfstoff eine belastbare Immunität auszubilden! Die in der Zulassung dokumentierte belastbare Schutzdauer beträgt mindestens 17 Wochen, wobei spätestens drei Wochen nach Impfung ein Impfschutz besteht.

Können auch Zuchttiere geimpft werden?
Die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes wurde in zahlreichen Studien mit trächtigen Sauen und Jungsauen ohne schädliche Nebenwirkungen bewiesen. Der Impfstoff gegen Ileitis ist in Europa ab einem Alter von drei Wochen zugelassen und umfasst damit auch Zuchttiere jeglichen Alters (Zuchteber wurden nicht geprüft).

Kann ich Antibiotika in Kombination mit dem Ileitis-Impfstoff einsetzen?
Da es sich um ein lebendes Impfbakterium handelt, muss auf gleichzeitige Verabreichung von antibiotisch wirksamen Substanzen und dem Impfstoff verzichtet werden.

Welche spezifischen Vorteile hat die orale Impfung gegen Ileitis?
In erster Linie bewahrt der Impfstoff die Schweine vor einer der bedeutendsten Erkrankungen, die sehr weit verbreitet ist und größte ökonomische Folgen hat. Die Impfung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Tiergesundheit, zum Tierschutz und zum Verbraucherschutz.

Der Impfstoff gegen Ileitis enthält kein Adjuvans; einige Studien machen Adjuvantien, die für die Immunstimulation und Wirksamkeit einiger injizierbarer Vakzinen bei Schweinen notwendig sind, für eine Potenzierung latenter Porziner Circovirus-Typ2-Infektionen und damit für die Verstärkung der PMWS-Problematik (Porcine Multisystemic Wasting Syndrome) verantwortlich. Die Impfung mit attenuierten bakteriellen Lebendvakzinen generiert eine aktive, lang anhaltende Immunität, unabhängig von zukünftigen Antibiotikaprogrammen, sofern diese überhaupt noch erforderlich sind.

Die ökonomische Analyse der Impfung zeigt, dass sie einen hohen Kosten einsparenden Effekt hat. Erfolgreiche Impfstoffe gegen Darmerkrankungen können einen stärkeren Effekt auf das Wachstum und die Futterverwertung haben als Impfstoffe gegen Erkrankungen anderer Organsysteme.

Untersuchungen in mehreren Betrieben zeigen, dass die Vakzine die umfangreichen negativen Effekte der Ileitis auf die Nährstoffabsorption, insbesondere die Aminosäureaufnahme in der gesamten Schweinegruppe verhindert. Jedes geimpfte Schwein, das eine spezifische, gezielte Immunität durch "natürliche" T-Zellen erwirbt, welche die frühe Infektion mit dem Feldstamm stoppt, führt deshalb zu einer impfstoffbedingten Steigerung der Wachstums- bzw. Mastleistung.