>>Fragen zum Thema?
1. Wie messe ich die Wasseraufnahme der Ferkel in einem vierstündigen Intervall?
2. Wie sieht es aus mit einer Impfung über die Flüssigfütterung aus?
3. Warum wird über einen Zeitraum von 4-6 Stunden geimpft?
4. Was passiert, wenn nach vier Stunden nicht die gesamte impfstoffhaltige Trinkwassermenge aufgenommen wurde?
5. Was passiert, wenn bereits nach 3 ½ Stunden kein impfstoffhaltiges Wasser mehr im Trog bzw. der Leitung steht?
6. Soll ich die Schweine dürsten lassen?
7. Kann ich geimpfte Tiere mit ungeimpften Tieren mischen?
8. Kann eine Zugabe von Cola zum Impfstoff-Wassergemisch den Zusatz von Milch bzw. Wasserstabilisator nicht ersetzen?
9. Kann ich bei einer Impfung über den Trog auch Magermilchpulver, Trockenmilch oder Milchaustauscher verwenden?
10. Ist bei der Ileitis-Impfung mit Trinkwasser aus dem eigenen Brunnen der Zusatz eines Wasserstabilisators notwendig?
11. Der Verzicht auf Antibiotika drei Tage vor und drei Tage nach der Impfung – gilt das für alle Mittel, oder nur für solche, die gegen Lawsonien wirksam sind? Wie sieht es mit Injektionsbehandlungen aus?
12. Können kombinierte Milchvieh- und Schweinebetriebe auch unbehandelte, betriebseigene Milch für die Trogapplikation benutzen?
13. Kann bei Trogapplikation auch Magermilch oder Molke statt entrahmter Milch eingesetzt werden?
14. Wie stelle ich die Impfung aller Schweine sicher?
15. Kann ich bei der Applikation des Imfpstoffs über einen Trinkwasserdosierer auch Milch statt des Wasserstabilisators verwenden?
1. Wie messe ich die Wasseraufnahme der Ferkel in einem vierstündigen Intervall?
a) Trogapplikation:
• Kalkulation des Trinkwasserbedarfs anhand von Faustzahlen oder der in der Anwendungsempfehlung mitgelieferten Tabelle
• z.B. 80 Ferkel à 12 kg -> 80 x 0,28 l = 22,4 l
• 23 l in den Trog schütten, normale Trinkwasserzufuhr über Nippeltränken o.ä. abstellen
• nach 4 Stunden Aufnahme des impfstoffhaltigen Wassers kontrollieren
• wenn Wasser schon früher verbraucht oder nach 4 Stunden noch nennenswerte Restmengen vorhanden sind, Trinkwassermenge für die nächste Impfstoffapplikation anpassen.
b) Applikation über Dosiergerät:
• Kalkulation des Stammlösungsvolumens, indem der Stammlösungsbehälter komplett gefüllt wird, der Wasserstand im Behälter markiert wird und nach vier Stunden der neue Wasserstand ebenfalls festgestellt wird
• Differenz zwischen ursprünglichem Wasserstand und dem Wasserstand nach vier Stunden ist der Verbrauch = Bedarf der gesamten Impfgruppe in vier Stunden
• Dieses Trinkwasservolumen ist die Menge, die am nächsten Tag mit dem Impfstoff versetzt wird.
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2. Wie sieht es aus mit einer Impfung über die Flüssigfütterung aus?
Eine Applikation über die Flüssigfütterung muss betriebsindividuell bewertet werden, da es eine Vielzahl von Faktoren wie Fütterungstechnik, Futterzusätze und Keimbesiedelung gibt, die einen Einfluss auf das Impfergebnis haben können. Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass in vielen Betrieben eine erfolgreiche Impfung auch über die Flüssigfütterung möglich ist.
WICHTIG: Genau wie bei der Trinkwasserapplikation dürfen keine Antibiotikarückstände in Leitungen und Anmischvorrichtungen vorhanden sein!
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3. Warum wird über einen Zeitraum von 4-6 Stunden geimpft?
• 4-6 Stunden sind ein Zeitraum, in dem in der Regel JEDES zu impfende Schwein (auch die rangniedrigen) Wasser in ausreichender Menge (= 1ID) aufnimmt
• Der Impfintervall sollte keinesfalls verkürzt werden! Etwas längere Imfpintervalle (bis zu 6 Stunden) haben sich jedoch in der Praxis bewährt.
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4. Was passiert, wenn nach vier Stunden nicht die gesamte impfstoffhaltige Trinkwassermenge aufgenommen wurde?
• Die Wirksamkeit des Impfstoffes lässt vier Stunden nach Auflösen des Lyophilisats nach -> längere Impfintervalle sind zu vermeiden, dennoch ist natürlich eine Restaktivität vorhanden, die Impfung war nicht komplett unwirksam!!!
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5. Was passiert, wenn bereits nach 3 ½ Stunden kein impfstoffhaltiges Wasser mehr im Trog bzw. der Leitung steht?
• Je kürzer der Impfzeitraum, desto größer ist die Gefahr, dass EINZELNE Schweine keine volle Dosis aufgenommen haben, je näher das Impfintervall an die geforderten vier Stunden herankommt, desto höher ist der Anteil optimal immunisierter Tiere
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6. Soll ich die Schweine dürsten lassen?
• Nein, nicht notwendig, denn in 4-6 Stunden nimmt jedes Schwein eine ausreichende Trinkwassermenge auf
• Nein, nicht vorteilhaft, denn Durst führt zu einer übermäßigen Trinkwasseraufnahme bei ranghohen Tieren, rangniedrige bekommen schließlich kein impfstoffhaltiges Wasser mehr
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7. Kann ich geimpfte Tiere mit ungeimpften Tieren mischen?
• Nicht zu empfehlen
• Ungeimpfte Tiere leiden weiterhin unter den Folgen der Ileitis und werden das Mastleistungsergebnis der gesamten Gruppe negativ beeinflussen
• Durch die Anfälligkeit der ungeimpften Tiere bleibt der Erregerdruck hoch und belastet den Impfschutz der geimpften Tiere extrem!
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8. Kann eine Zugabe von Cola zum Impfstoff-Wassergemisch den Zusatz von Milch bzw. Wasserstabilisator nicht ersetzen?
Nein, denn das Chlor wird von der Cola nicht neutralisiert. Bei eine Trogimpfung kann beim Einsatz von Milch bis zu 20 % Cola zur Geschmacksverbesserung zugemischt werden. (Bei höheren Zugaben beginnt das Milcheiweiß auszufällen.)
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9. Kann ich bei einer Impfung über den Trog auch Magermilchpulver, Trockenmilch oder Milchaustauscher verwenden?
Bei Pulvern kann es zu Verklumpungen in der Wasser-Impfstoffmischung kommen. Das führt dazu, dass nicht die komplette Eiweissmenge frei zur Neutralisation zur Verfügung steht!
Wir haben unseren Impfstoff geprüft in entrahmter, fettarmer und Vollmilch und können hier aus eigener Erfahrung sagen, dass der Impfstoff stabil ist.
FAZIT: Beim Dosierer: entrahmte Milch, im Trog: entrahmte, fettarme oder Vollmilch!
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10. Ist bei der Ileitis-Impfung mit Trinkwasser aus dem eigenen Brunnen der Zusatz eines Wasserstabilisators notwendig?
Wenn ich die Inhaltsstoffe nicht genau kenne, gibt der Wasserstabilisator mehr Sicherheit, allein deswegen sollte auf den Zusatz nicht verzichtet werden.
Außerdem bietet der Zusatz eines Wasserstabilisators noch weitere praktische Vorteile:
Der Wasserstabilisator färbt das impfstoffhaltige Wasser an, dadurch wird es für die Ferkel attraktiver und sie saufen es problemlos. Durch das bläuliche Wasser hat man immer einen genauen Überblick, in welchem Eimer, in welcher Gießkanne oder in welchem Trog gerade das impfstoffhaltige Wasser ist.
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11. Der Verzicht auf Antibiotika drei Tage vor und drei Tage nach der Impfung – gilt das für alle Mittel, oder nur für solche, die gegen Lawsonien wirksam sind? Wie sieht es mit Injektionsbehandlungen aus?
Es geht um alle antibiotisch wirksamen Mittel! Das gilt auch für Präparate, die nur eine geringe Wirksamkeit gegen Lawsonien aufweisen und für diese Indikation überhaupt nicht zugelassen sind, denn auch Präparate mit nur geringer Wirksamkeit können einen negativen Einfluss auf die Wirksamkeit dieses Lebendimpfstoffes haben! Bei Injektionspräparaten muss zudem die Wirkungsdauer (nicht zu verwechseln mit Wartezeit!) berücksichtigt werden. Eine Impfung darf erst nach Ablauf der Wirkungsdauer erfolgen. Unserer Erfahrung nach stellt es in der Praxis jedoch überhaupt kein Problem dar, zunächst eine notwendige Absetzbehandlung durchzuführen und anschließend – „antibiotikafrei“ zu impfen.
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12. Können kombinierte Milchvieh- und Schweinebetriebe auch unbehandelte, betriebseigene Milch für die Trogapplikation benutzen?
Sicher – solange sie keine Hemmstoffe, also antibiotisch wirksame Substanzen, enthält !
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13. Kann bei Trogapplikation auch Magermilch oder Molke statt entrahmter Milch eingesetzt werden?
Für die Überlebensfähigkeit der Lawsonien im Impfstoff ist – wie schon gesagt – das Milcheiweiß entscheidend. Da Molke nahezu kein Eiweiß mehr enthält, ist sie leider völlig ungeeignet. Magermilch enthält im Vergleich zu Vollmilch oder entrahmter Milch etwas weniger Eiweiß – über eine Erhöhung von 30 ml auf 40 ml Magermilch pro Liter Trinkwasser wäre dies aber ausgleichbar.
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14. Wie stelle ich die Impfung aller Schweine sicher?
Absolute Sicherheit gibt es nicht, aber
• Keine kranken Tiere impfen
• Ausreichenden Zugang zu impfstoffhaltigem Wasser für die Schweine gewährleisten
• Komplettes mind. 4-Stunden-Intervall zur Impfung einhalten
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15. Kann ich bei der Applikation des Imfpstoffs über einen Trinkwasserdosierer auch Milch statt des Wasserstabilisators verwenden?
Normale Milch ist nicht geeignet, da der Fettfilm die Trinkwasseranlagen verunreinigen würde.. Wenn Milch verwendet werden soll, muss diese fettarm sein (< 0,9%). Wir empfehlen daher die Nutzung eines Wasserstabilisators!
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